März 2020

Themen

  • Frauengeschichte(n)
  • Vorreiterinnen & Vorbilder
  • Krimis & Thriller
  • Osterbücher
Kaufen Inhalte
Vorherige Ausgabe Februar 2020

Inhalte dieser Ausgabe

Frauengeschichte(n)

„Schwing dich auf, kleine Schwester“, sagt Marawa Ibrahim, die weltweit mit jungen Frauen arbeitet. Sie wirbt für ein starkes Ich, das selbstbewusst hinterfragt, was angeblich Mehrheitsmeinung ist. Weibliche Vorbilder, die Mädchen und Frauen Kompass sein können, die wir gerne treffen würden, versammeln neuere Publikationen, unabhängig davon, wie bekannt die Porträtierten sind. Gerade Menschen wie du und ich, die irgendwann „Stopp!“ sagten, ermuntern dazu, das Leben in die eigene Hand zu nehmen. (Abb.: „HerStory“ v. Katherine Halligan u. Sarah Walsh; Fischer Sauerländer)

Krimis & Thriller

Ein Brief ohne Absender, ein verschwundener Hund oder ein unbekannter Eindringling – wo seltsame Dinge vor sich gehen, sind kluge Köpfe und detektivisches Gespür gefragt. Wir schauen uns Bücher an, mit denen Kinder ab sechs Jahren zum ersten Mal in das Krimi-Genre eintauchen können. Dazu kommen Thriller für erfahrenere Genrefans. Solche, die uns teilhaben lassen an Versuchen, Menschen, ihre Motive, Ideen, Pläne, Nöte und Ängste zu rekonstruieren. Wir begeben uns auf Spurensuche, bemühen uns Puzzleteile zusammenzusetzen, um zu verstehen. (Abb.: „The Haven“ v. Simon Lelic, Loewe)

Osterbüchergeschichten

Für säkular gestimmte Menschen besteht Ostern aus bemalten Eiern und viel Freizeit. Fromme Seelen feiern die Auferstehung Jesu und essen wohl auch Ostereier. Schauen wir mal, was neue Bücher über Eier und Auferstehung sagen. Und weil Ostern ohne Hasen nichts geht, erfährt man auch darüber etwas. (Abb.: „Der Garten, der Vorhang und das Kreuz“ v. Carl Laferton u. Catalina Echeverri, Gütersloher Verlagshaus)

Eselsohr-Galerie

Regina Kehn studierte Illustration an der Hochschule für Gestaltung in Hamburg (HAW). Seit 1989 ist sie freiberuflich tätig als freie Illustratorin für Zeitschriften und Kinderbuchverlage und die Deutsche Post. Für ihre Illustrationen wurde Regina Kehn mehrfach für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert und erhielt 1996 die Bronzemedaille in der Sparte Illustration vom Art Directors Club. 2016 erhielt sie den Rattenfänger-Literaturpreis für „Freunde der Nacht“ (dtv junior 2015, ab 9). Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern in Hamburg. (Foto: © Nicola Mesken)

Rubriken

  • Eselsohr-Galerie: Regina Kehn
  • Schätze heben: Immer schön der Reihe nach von Heike Brillmann-Ede
  • 4 Jungen, 4 Bücher: Schlechte Startbedingungen von Eva Maus
  • Extra: Brauchen Kinder Bücher? von Ulrich Störiko-Blume
  • News, Termine
  • Messe-Highlights Leipzig
  • Die Buecherkinder lesen!/Die Besten 7
  • Vorschau/Register/Impressum

Thema

  • Frauengeschichte(n) – Spurensuche einer zukunftsweisenden kollektiven Vergangenheit von Heike Brillmann-Ede
  • „Was für mich wesentlich ist: Ich muss verstehen.“ von Heike Brillmann-Ede
  • Im Porträt: Sklavin, Fluchthelferin & Freiheitskämpferin – Harriet Tubman von Heike Brillmann-Ede
  • Im Porträt: Graphic Novels der Posy Simmonds – brillante Gesellschaftsanalysen und Kulturkritiken von Ruth Rousselange
  • Im Porträt: Schreiben als Ventil – zwei Gedenktage für Marlen Haushofer von Roland Mörchen

Im Porträt

  • Die Markenfrau – die vielseitige Regina Kehn von Christine Paxmann
  • Schreiben, Schreiben, Schreiben – Anna Lott hat sich nicht entmutigen lassen von Tanja Liebmann-Décombe
  • „Harry, wir essen!“ (Harry Rowohlt) von Lothar Sand

Blickpunkt

  • Ach, du dickes Ei – es ist mal wieder Osterbücherzeit von Roland Mörchen
  • Krimis für Genre-Einsteiger von Helene Kilb
  • Thriller – Spurensuche menschlicher Existenzen von Meritxell Piel

Erlesen

  • Bilderbuch
  • Kinderbuch
  • Jugendbuch
  • Sachbuch

Esel des Monats

Christian Duda: Milchgesicht. Beltz & Gelberg 2020, 159 S., ab 16 und für Erwachsene, € 13,95 (D),
€ 14,40 (A). ISBN 978-3-407-75543-8

Teilweise schwer zu ertragen

Christian Dudas Roman Milchgesicht beginnt mit der Erinnerung an seine geliebte Oma. Er endet versöhnlich mit ihrem Leichenschmaus. Dazwischen schauen wir durch die halb mit Faken, halb mit „zusammengeglaubten“ Gewissheiten offen gehaltene Tür in die Vergangenheit einer Familie. Drastisch. Gewalttätig. Grandios. Manchmal auch für die Leser sehr schwer zu ertragen.
Es sind die 1950er Jahre, in der tiefsten Steiermark. Das Leben ist bestimmt von Notwendigkeiten, harter Arbeit, den dörflichen Mechanismen von Ausgrenzung und sozialer Überwachung. Gefühle leistet man sich selten. Hier hinein wird Sepp geboren, auffallend weiße Haut, entzündete Augen, lichtempfindlich. Das Krankheitsbild Porphyrie wird nie genannt. (…)
Schilderungen von Schlachtungen, misshandelten Menschen und Tieren sind nichts für zart Besaitete. Aber wer der menschlichen Natur auf den Grund gehen will, wird in dieser archaischen Welt fündig, in der Frauen ohne Ehemann nichts gelten, in der Kinder, die nicht funktionieren, nichts gelten, in der Männer nur durch Härte etwas gelten. Sprach- und Hilflosigkeit herrschen vor. An ihren Taten werdet ihr sie erkennen. (…)
Anita Westphal-Demmelhuber

(mehr dazu im Eselsohr 03/2020, S. 34)

Rückschau Februar 2020