Februar 2020

Themen

  • Diversität in der KJL
  • Tierisches Bilderbuch
  • Abenteuer Natur
  • Elbautoren-Umschau
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Vorherige Ausgabe Januar 2020

Inhalte dieser Ausgabe

Mehr Diversität!

Bockige Einhörner, abenteuerlustige Schnecken, tollpatschige Gespenster – sie alle können ganz selbstverständlich Heldinnen und Helden im Bilderbuch sein. Doch wie sieht es mit Kindern of Color1 aus, werden sie genauso selbstverständlich in den Mittelpunkt gestellt? Eine Einladung des Goethe-Instituts Finnland erlaubt es unserer Autorin Chatal-Fleur Sandjon, dieser Frage zwei Wochen lang gezielt nachzugehen. Hier ein Erfahrungsbericht und Ausblick. (Abb.: „Ich bin jetzt …“ v. Constanze von Kitzing, Carlsen)

Natur und KJL

Die Natur und der Umweltschutz spielen auch im erzählenden Kinderbuch eine immer wichtigere Rolle. Mit Sylvia Linstead stellen wir Ihnen u.a. als Beispiel für diese aktuelle Tendenz passend eine Autorin vor, die in ihren fantasievollen, magischen Büchern die Geschichte einer Welt erzählt, die durch Habgier und Machtstreben aus dem Gleichgewicht geriet und unterzugehen droht. Der Weg zu ihrer Rettung führt über eine grundlegende Erkenntnis, die aktueller und bedeutsamer nicht sein könnte: Alles ist eins. (Abb.: „Das wilde Volk erwacht“ v. Sylvia Linstead, Woow Books)

Elbautoren Nord

Für ihr Manuskript „Calypsos Irrfahrt“ nahm Cornelia Franz am 2. Dezember 2019 den Literaturpreis der Hansestadt Hamburg entgegen, in der neuen Kategorie „Kinder- und Jugendbuch“. Kirsten Boie erhielt am 18. Dezember 2019 die Ehrenbürgerschaft der Stadt Hamburg, nicht zuletzt für ihr unermüdliches Engagement als Autorin für Kinder und Jugendliche. Gelegenheit, einige erzählende Bücher (erneut) hervorzuheben, in deren Mittelpunkt Kinder und Jugendliche stehen, die versuchen, sich zurechtzufinden in der Hafenstadt mit ihren liebenswerten, aber auch kantigen Seiten. (Abb.: „Herzensbruder Bruderherz“ v. Andrea Schomburg u. Dorothee Mahnkopf, Tulipan)

Eselsohr-Galerie

Jonas Lauströer, geboren 1979 in Hamburg, studierte an der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Design mit dem Schwerpunkt Illustration. Seit 2006 malt und zeichnet er freiberuflich unter anderem für den Spiegel, Gruner + Jahr, das Greenpeace Magazin und Kinderbuchverlage. Für seine Arbeiten erhielt er bereits mehrere Auszeichnungen, unter anderem den 1. Platz beim Spiegel-Wettbewerb. (Foto: © Susanna Wengeler)

Rubriken

  • Eselsohr-Galerie: Jonas Lauströer
  • 4 Jungen, 4 Bücher: Spannung, die süchtig macht von Eva Maus
  • Besonders im Hörbuch: Was Neues – was Gutes von Lothar Sand
  • News, Termine
  • Die Buecherkinder lesen!/Die Besten 7
  • Vorschau/Register/Impressum

Thema

  • Heldinnen und Helden gesucht: Kinder of Color im Bilderbuch von Chantal-Fleur Sandjon
  • Mit Silben pinseln von Maren Partzsch
  • Leinen los für die Hamburger Elbautoren! von Marie-Thérèse Schins

Im Porträt

  • Der rote Faden: Faszination Bewegung – Jonas Lauströer von Heike Brillmann-Ede
  • Humorvoller Betrachter seiner Zeit – der Karikaturist und Illustrator John Tenniel von Heike Brillmann-Ede
  • Die Weltenschöpferin – ein Gespräch mit Sylvia Linstead von Meritxel Piel

Blickpunkt

  • Von Idylle, Ideal und Ideen – Peter Wohllebens „Das geheime Leben der Bäume“ als Kinofilm von Christine Paxmann
  • Kommentar: Die Grüne Woche für Kinder von Christine Paxmann

Erlesen

  • Bilderbuch
  • Kinderbuch
  • Jugendbuch
  • Sachbuch

Esel des Monats

Susan Kreller: Elektrische Fische. Carlsen 2019,
192 S., ab 13, € 15,– (D), € 15,50 (A).
ISBN 978-3-551-58404-5

Meer der Schicksale

Und sie hat es wieder getan! Die vielfach preisgekrönte Susan Kreller (Deutscher Jugendliteraturpreis 2015, Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium 2013, …) hat erneut ein wahres Brett von Jugendroman hingelegt: „Elektrische Fische“. Mit traumwandlerischer Sicherheit bewegt sie sich durch sogar zwei Sprachwelten – Deutsch und irisches Englisch – und bringt die Sätze und Wörter zum Singen.
Bei Kreller schwingen Grundstimmung und Grundkonflikte der Geschichten auch noch durch das scheinbar nebensächlichste Detail ihrer Landschaftsbeschreibungen. Keine Sekunde verlässt sie die Perspektive ihrer Ich-Erzählerin und lässt uns so die ganze Welt durch ihre Augen betrachten. (…)
Jeder hat hier ein besonderes Kreuz zu tragen. Kinder und Jugendliche am inneren Abgrund, aus ihrer gewohnten Welt gerissen und in ein Dorf verpflanzt, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Hier ein Vater, der Alkoholiker ist, dort eine psychisch kranke Mutter. Außenseiter und Einzelgänger. Ein Kind, das verstummt ist. Ein unausgesprochener Familienkonflikt. Dazwischen eine zart keimende Liebe … Es könnte zu viel des Guten sein. Nicht so bei Kreller! Sie verwebt die Zutaten zu einer so dicht wie intensiv erzählten Erfahrungs- und Gefühlswelt, dass es kein Widerstehen gibt, gegen dieses Krellersche Meer der Schicksale.
Sylvia Mucke

(mehr dazu im Eselsohr 02/2020, S. 26)

Rückschau Januar 2020