Esel des Monats



 

 

Der Esel des Monats ist uns inzwischen liebgewonnene Tradition. Seit dem Februar 2008 vergeben wir die Auszeichnung für unser Lieblingsbuch des Monats.

Wir verleihen sie jeweils an ein aus der Menge der Neuheiten herausragendes Buch, auf das sich ein zweiter, dritter, vierter Blick lohnt.

 

 

Der „Esel des Monats“ geht im Januar an:

 

Clive Gifford/Sarah Horne (Illu.): Rette sich, wer kann! Die unglaublichen Überlebenstricks der Tiere. A. d. Engl. v. Petra Buck, Klett Kinderbuch 2014, 48 S., ab 8, € 14,95 (D), € 15,40 (A), SFr 21,90. ISBN 978-3-95470-101-8

 

Helden im Überleben

 

Zugegeben: Die Hakennasennatter ist optisch nicht gerade ein Sympathieträger – auch wenn die irritierende Anordnung der Buchstaben „a“ und „n“ in ihrem Namen einen gewissen Reiz hat. Doch seit der Lektüre des Kindersachbuchs Rette sich, wer kann! Die unglaublichen Überlebenstricks der Tiere gehört ihr zumindest meine uneingeschränkte Hochachtung. Sind doch ihre Leistungen in der schauspielerischen Kategorie „Totstellen“ wirklich preisverdächtig. Nicht nur, dass sie im Gegensatz zu den meisten anderen Tieren die bewusste Entscheidung trifft, ngesichts eines Fressfeindes in einen todesähnlichen Zustand zu verfallen. Nein, sie strömt auch noch „einen widerlichen Verwesungsgeruch aus und lässt manchmal sogar Kot ab“. Alles andere als appetitanregend, oder? Das findet auch der Waschbär: „Ich esse ja fast alles, aber so ’ne Hakennasennatter rühr ich nicht an, wenn sie nicht frisch ist.“ Da steht er, in Abendgarderobe, die Arme vor der Brust verschränkt, und blickt angewidert zur Bühne, wo die Nasennatter im Rampenlicht ihren Oscar entgegennimmt.

 

Die Szene ist typisch für die skurrile Optik des Buches: Auf je einer kunterbunt gestalteten Doppelseite steht ein bestimmter Aspekt des täglichen Überlebenskampfs von kleinen und großen Tieren im Mittelpunkt. Die sind flächig gezeichnet und sorgen mit witzigen Sprechblasensprüchen nicht nur für eine comic-artige Anmutung, sondern bilden so auch den perfekten Rahmen für spannend-informative Wissensvermittlung: In kleinen Kästchen und überschaubaren Textblöcken erfahren nicht nur kleine Tierfreunde Unglaubliches aus der Tierwelt. Wer weiß schon, dass die als Bärentierchen bekannten Mikroorganismen namens „Tardigraden“ Temperaturen von über 150 und –100 °C überstehen können? Oder dass Grönlandwale bis zu 210 Jahre alt werden? Wissens-Quiz, Glossar und Register sorgen am Ende für Orientierung und Aufklärung.

 

Heike Byn

 

 

 

Hier finden Sie die vorangangenen Esel des Monats des aktuellen Jahrgangs.

 

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Esel des Monats 2009

Esel des Monats 2008


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