ESELSOHReditorial im September 2010
„Think big!“
Das haben wir uns im Vorfeld dieses Heftes gedacht, liebe Leserinnen und Leser, und uns nichts Geringeres als den Sinn des Lebens auf die Tagesordnung gesetzt. Ihn und religiöse, gesellschaftliche wie individuelle Werte und Normen. Sind wir auf unserer Sinnsuche fündig geworden? Tja, die Antwort bleibe ich Ihnen hier schuldig. Den nächsten 32 Seiten würde ich nur ungern vorgreifen. Nur so viel: Unsere Mitarbeiter haben sich wieder einmal ein Bein für Sie ausgerissen. Ihnen gilt dementsprechend auch an dieser Stelle mein großes Dankeschön für die vielseitige Zeitschrift. Einen kleinen Teaser kann ich mir allerdings doch nicht verkneifen: Es gibt gerade auch für Kinder und Jugendliche zahlreiche Bücher, die von Sinn und Werten handeln, mit Werten und Normen bekannt machen und diese vermitteln wollen. Dazwischen verstecken sich mitunter „Anarchisten“ und „Ketzer“, oder jedenfalls vermeintliche …
Keine Sorge. Es wird nicht nur schwergewichtig. Auf der Reise durch die Welt der großen Fragen und Antworten haben wir für Gelegenheiten zu Verschnaufpausen gesorgt. Auf keinen Fall verpassen sollten Sie zum Beispiel unsere Porträts der jüngsten Schweizer Verlagsgründungen, die Berichte zum aktuellen Geschehen in der Szene und, und, und …
In diesem Sinne: Genießen Sie dieses Heft und begeben Sie sich zusammen mit uns in das Abenteuer Leben
und Lesen!
Ihre Sylvia Mucke
Liebe Leserinnen und Leser,
eine kleine Deutschlandreise hat mich einmal wieder in andere Städte und somit andere Buchhandlungen geführt. Traunstein, Hildesheim, Krefeld, Naumburg, Lüneburg, Kiel. Deutschland ist anders, überall. Und wer die glattgespülten Kettenbuchhandlungen mal links liegen lässt, begegnet der Regionalität: Würzburgkrimis, niederrheinische Comics, Ostsee-Regionalia, Heidschnucken in Buchform, Dom-Abenteuer, Chiemseekochbücher. Aber wo ist das regionale Kinderbuch? Wo die Helden der Regionen, wo die regionalen Reiseführer für Kinder, die über ein übliches Seehundschäfchenalmstierchen-Abenteuer hinausgehen? Wäre das nicht eine Chance für die kleineren Buchhandlungen – ein Sortiment, das mit Individualität punktet und ähnlich dem Souvenirhandel
seine Reize „rund um den Kamin“ entwickelt? Lieber 2000 Leser im Umkreis von 20 km erreicht als unter 85 Millionen mühsam gesucht! Jeder Kinderbuchautor ist doch auch Regionalist – kann da nicht eine Nebenlinie zum flächendeckenden deutschsprachigen Buchhandel entstehen? An manchen Ecken hab ich sie entdeckt.
Und deshalb hier meine Bitte: Schicken Sie uns regionale lieferbare Kinderbücher – damit wir für diese versteckten Schätze nicht ständig von Travemünde bis nach Mittenwald reisen müssen und ihnen trotzdem eine Bühne geben können.
Herzlichst, nach Diktat wieder verreist,
Ihre Christine Paxmann
